Am Geretsrieder Gymnasium geht es auch ohne Latein

Feb 10, 2019 | Allgemein | 0 Kommentare

Inhalt

Das Abitur: Vielen Eltern und Schülern gilt es als zentrales Fundament, auf dem sich das spätere (Berufs-)Leben aufbauen lässt. Wir stellen in loser Folge jene Schulen in unserem Verbreitungsgebiet vor, in denen man die Allgemeine Hochschulreife erlangen kann. Zum Auftakt: das Gymnasium Geretsried.

Geretsried – Das Gymnasium ist ein offenes Schulhaus: Zur Realschule gibt es eine direkte Verbindung, und in den Pausen mischen sich die Schüler, im Gebäude wie im Hof. Mittags essen sie gemeinsam in der Mensa. Diese Offenheit zeigt sich nicht nur an dieser Stelle .

Die weiterführende Schule nahm ihren Betrieb 1971 auf – damals noch als Teil einer kooperativen Gesamtschule, zu der auch Hauptschule und Realschule gehörten. Gründungsdirektor war der im Mai 2016 verstorbene Harald Schiel. Er gab der Schule ein liberales Profil. Und dieser „humane Geist“, wie Schiel es einmal nannte, ist auch heute noch wahrnehmbar.

„Wir sind sehr aufgeschlossen“, sagt Schulleiter Christoph Strödecke. Regelmäßig findet ein Schüleraustausch mit Schulen in Chile, Spanien, Frankreich und England statt. Außerdem gibt es eine Partnerschule in Nepal. Auch das Thema Inklusion spiele am Gymnasium eine Rolle: Menschen mit Behinderungen werden in den Schulalltag integriert.

Auch interessant: Übernimmt das Steuer: Dieser Mann ist der neue Leiter des Geretsrieder Gymnasiums

Offene Klassenzimmertüren, bunte Möbel und Sitzsäcke: Seit 2016 wird an der Schule in Lernlandschaften unterrichtet. Ein Konzept, das auf die Aktivierung der Schüler, selbstständiges Arbeiten und kooperative Lernformen abzielt. „Die Lernlandschaften sind keine Methode, sondern Architektur“, sagt Strödecke. Der Direktor meint damit, dass die Unterrichtsgestaltung nach wie vor von der Lehrkraft abhängt. Es gebe für die Schüler sehr genaue Vorgaben und ausgeprägte Übungsphasen. Sie dürften aber selbst entscheiden, ob sie die gestellten Aufgaben allein, zu zweit oder in der Gruppe lösen wollen. Von der fünften bis zur achten Jahrgangsstufe dürfen die Mädchen und Buben diese besondere Unterrichtsatmosphäre genießen.

Wer sich für den naturwissenschaftlich-technischen Zweig entscheidet, setzt seine Schwerpunkte auf Mathematik, Informatik und Chemie sowie zwei Fremdsprachen. Der sprachliche Zweig sieht drei Fremdsprachen vor. Eine Besonderheit der Schule ist, dass man das von vielen ungeliebte Latein vom Stundenplan streichen kann. Außerdem bietet das Gymnasium Geretsried die Mittelstufe Plus an. Schüler können die Mittelstufe je nach ihrem persönlichen Lerntempo in vier statt drei Schuljahren absolvieren. Wer sich dafür entscheidet, hat bis zur zehnten Jahrgangsstufe keinen Nachmittagsunterricht, und in den Kernfächern wird der Stoff gedehnt.

Wegen des starken Zustroms wurde die Schule mehrfach erweitert. So flossen rund 4,5 Millionen Euro in zehn zusätzliche Klassenzimmer und drei Informatikräume. Die Einweihung fand 2011 statt. Genutzt wird der Trakt für die Oberstufe.

Die ältesten Teile des Schulgebäudes haben mittlerweile fast 50 Jahre auf dem Buckel. Deshalb wird das Haus generalsaniert. Derzeit läuft der zweite Bauabschnitt. 2020 sollen die Arbeiten laut Strödecke im Klassen- und Verwaltungstrakt abgeschlossen sein. „Die Sanierung macht einen guten Fortschritt“, sagt der Schulleiter. Um einen störungsfreien Unterrichtsbetrieb zu ermöglichen, wurden im Haus Zwischenwände und Türen eingezogen. Sie schirmen das Schulleben von der Baustelle ab. Es werde darauf geachtet, dass lärmintensive Arbeiten außerhalb der Schulzeit stattfinden.

Obwohl das Gymnasium keine musische Ausrichtung hat, ist die Schule musikalisch stark geprägt. „Und das ist mir persönlich auch wichtig“, sagt Strödecke. „Ich bin fasziniert, dass es hier ein Junges Symphonie-Orchester und Bläserklassen gibt. Und die Oberstufe hat einen eigenen Kammerchor.“ Nicht zu vergessen die seit Jahrzehnten existierende Bigband. Sie hat vielen Talenten den Weg geebnet. Aus ihr ging beispielsweise die bis heute bestehende erfolgreiche Jazz-Formation max.bab hervor.

Gymnasium Geretsried
Aktuelle Schülerzahl: 1009, 32 Klassen plus Q11 und Q12, 93 Lehrkräfte;

Ausrichtung: Naturwissenschaftlich-Technologisches-Gymnasium (NTG), Sprachliches Gymnasium (SG); Sprachenfolge NTG: Englisch-Französisch oder Englisch-Latein; Sprachenfolge SG: Englisch-Französisch-Spanisch oder Englisch-Latein-Spanisch oder Englisch-Latein-Französisch;

Wahlkurse: Sport, Schulhausgestaltung, Schülerzeitung, Film, Robotik, Bigband, Junges Symphonie Orchester, Theater, Bewegungskünste, Energieprojekte Klimaschutz und AG Solar; offene Ganztagsschule: Montag bis Donnerstag bis 16 Uhr (kostenfreies Angebot; es fällt ein geringes Materialentgelt an);

Schüleraustausch: für Spanisch mit der Deutschen Schule Santiago (Colegio Alemán de Santiago) in Santiago de Chile (sechs bis acht Wochen), für die zehnte beziehungsweise neunte Jahrgangsstufe; Der Austausch findet jedes Jahr statt; mit dem Rivas-Luna Centro de Enseñanza in L’Eliana in Valencia/Spanien. Der einwöchige Austausch findet auch jedes Jahr statt und ist ebenfalls für die neunte beziehungsweise zehnten Klassen gedacht; für Französisch jährlicher Austausch mit der Partnerschule Teilhard de Chardin aus Chamalières für die achten Klassen, in Kooperation mit der Realschule; für Englisch mit der Queen Elizabeth Grammar School in Penrith, Nordengland, für die neunten Klassen, findet jährlich statt;

Info-Abend: für Eltern und künftige Schüler am Freitag, 22. Februar, um 17 Uhr;

Einschreibetage: 6. und 7. Mai;

Schulgeld: gibt es nicht;

Kontaktdaten: Gymnasium Geretsried, Adalbert-Stifter-Straße 14 in 82538 Geretsried; Telefon 0 81 71/93 25 11; E-Mail: info@gymger.de, Homepage: www.gymger.de;

Bildquellen oder Sonstige Quellen: Geretsrieder Merkur v. 10.02.19